Bürgergemeinschaft Eutin e.V. feiert die Wiederherstellung des Ehrenmals
Im Juni des Jahres 2007 wurde festgestellt, dass Diebe die Namenstafeln der Gefallenen des Eutiner Ehrenmales entfernt hatten. Schon zum Ende des Monats hat sich die Bürgergemeinschaft Eutin e.V. bereit erklärt, eine Spendenkampagne zu starten, mit dem Ziel, Geld für die Wiederherstellung des Denkmals zu sammeln. Am 30. Juni 2008, auf den Tag genau 80 Jahre nach der ersten Weihe des Ehrenmals im Jahr 1928, konnte die erste Tafel montiert werden. Am 11. November 2009 ist es nun soweit: In einer eindrucksvollen Feierstunde kann der Verein gemeinsam mit Vertretern der Eutiner Kirchen, dem Bürgermeister und zahlreichen anderen Institutionen und Verbänden die Wiederanbringung der letzten Tafel feiern.
In einer besonders mühevollen Arbeit wurden durch ein Hamburger Konstruktionsbüro aus Abbildungen der Tafeln so genannte "3-D-Datensätze" gefertigt, die dann - nachdem sie mehrfach "umformatiert" werden mussten - in eine "CNC-Fräse" eingespeist werden konnten. Diese Fräse fertigte zunächst in etwa 45 Arbeitsstunden eine "Urform" der Tafel, die in einem weiteren Schritt mit einer Silikonmasse zu einer Negativform wurde. Dieses Negativ wurde wiederum mit einer schwarzen Kunststoffmasse ausgegossen, so dass nach Aushärtung am Ende dieses Prozesses eine schwarze Kunststofftafel entstanden ist. Dieses Material wurde in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege gewählt, da die Kosten für einen Metallguss wesentlich höher ausgefallen wären, und ferner Metalldieben schnell neue Nahrung hätten geben können.
Das Hauptproblem stellte die mittlere Tafel dar, die neben den Schlachtorten des Ersten Weltkrieges auch die Regimentszeichen und allerlei Symbolik zeigt. Da ein einzelnes dort dargestelltes Eichenblatt aus 32.000 Flächen besteht, verlangte diese Platte alles Können der Fachleute und die Erfahrung aus der Herstellung der ersten sechs.
Der Bürgergemeinschaft Eutin e.V. stehen aus Spenden 14.000 Euro zur Verfügung. Die Gelder werden ausreichen, da trotz der gewaltigen Arbeit, die die Wiederherstellung der Tafeln verursacht hat, nur die Materialkosten in Rechnung gestellt werden. Der Verein erinnert an dieser Stelle nochmals daran, dass nur aufgrund des gewaltigen privaten Engagements von 120 Einzelspendern der erfolgreiche Abschluss möglich war.
In einer eindrucksvollen Feierstunde erinnert Regine Jepp, Sprecherin des Vereins, an das Ende der Ersten Weltkrieges vor 91 Jahren. "Im sinnenfrohen Rheinland wird die Karnevalssaison eingeleitet, in Belgien und Frankreich ist dieser Tag ein gesetzlicher Feiertag, der an den Jahrestag des Waffenstillstands 1918 erinnert, auch in Kanada, Neuseeland, Australien und den USA wird an diesem Tag der Toten der Kriege gedacht. Auch das Eutiner Gebiet hat in diesem Krieg 368 Männer zu beklagen, die heute ihre Identität zurückerhalten haben", so Jepp.