Das Eutiner Lampensammelsurium bekommt Zuwachs

In Eutin wird zurzeit die Umbauplanung der Riemannstraße vielfach diskutiert. Dazu gehört auch die Neugestaltung der "Belampung" eines Abschnitts dieser Straße mit 28 Laternen. Auf Wunsch des städtischen Bauausschusses hat sich die Verwaltung mit so genannter LED-Technik statt der herkömmlichen Natriumdampf-Hochdruck-Leuchten beschäftigt. Leider wurde nur ein einziges Modell vorgestellt, obwohl gestalterische Alternativen auch in dieser Art existieren. Das gezeigte Muster wurde von einer Ausschussbesucherin kurz und trocken als "Spatzen-Grill" bezeichnet.
Die Lampe, die der Bürgermeister vorführte, überzeugte die Ausschussmitglieder u.a. durch ihre Lichtausbeute. Das frühsommerliche Sonnenlicht, das auch um 18.30 Uhr in den Sitzungssaal schien, hat den Eindruck nach Ansicht des Vereins allerdings getrübt. "Sicherlich wäre es besser, die Ausleuchtungskapazitäten dieser neuen Technik bei Dunkelheit im Vergleich zu anderen Lampen zu testen", so Regine Jepp, Sprecherin der Bürgergemeinschaft Eutin e.V. Ein Stadtvertreter hat bei dieser Gelegenheit darum geworben, den Beschluss für die neue "Belampung" der Riemannstraße gut zu überlegen und zunächst noch einmal in die Fraktionen zu verweisen.
Bereits im vergangenen Jahr hat das Vorstandsmitglied Elke Kock das Eutiner Lampensammelsurium fotografisch festgehalten. Die Vielzahl der verschiedenen Beleuchtungskörper hat selbst die größten Realisten überrascht. Nahezu 30 unterschiedliche Lampen konnten gefunden werden. Bei aller Kritik verkennt der Verein nicht, dass eine Lampe in der Stolbergstraße anders aussehen sollte als in der Plöner Straße. Grundsätzlich sieht es der Verein als sinnvoll an, verschiedene Stadträume mit unterschiedlichen Leuchten auszustatten. Dabei sollte aber auf Stil und Harmonie geachtet werden.
Nach einem kurzen Parforceritt durch die Eutiner Lampenszenerie mit Hilfe einer Diashow hat die Vertreterin des Vereinsvorstands Regine Jepp die Chance genutzt, an die Bauausschussmitglieder zu appellieren, sich an einen Grundsatzbeschluss zur Lampenfrage mit Ruhe und Bedacht heranzutasten. Leider konnte sich der Ausschuss dieser Argumentation nicht an-schließen. Zwei Stadtvertreter begrüßten ausdrücklich die Verwaltungsvorlage mit der neuen LED-Variante mit dem Kommentar, "wo 28 Lampentypen stehen, wird auch ein 29. nicht schaden". Auch der Bürgermeister unterstützte diese Auffassung mit dem Hinweis: "Bei der Belampung der Riemannstraße sollten gestalterische Aspekte keine Rolle spielen".
Die Bürgergemeinschaft Eutin e.V. stellt diese Aussage nicht zufrieden. Vorstandssprecherin Regine Jepp: "Hier wird eine Chance vertan, eine Grundsatzentscheidung zugunsten einer technisch überzeugenden und gestalterisch gut durchdachten Lösung zu treffen. Eine Aussage, wo es schon 28 gibt, kann eine 29. nicht schaden, ist eine stadtgestalterische Bankrotterklärung".

 

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