Neugestaltung des Markt-Brunnens
Nachdem es in Eutin Bestrebungen gibt, den Brunnen am Markt umzugestalten, ist die Bürgergemeinschaft Eutin e.V. zunächst einmal sehr froh, dass der städtische Bauausschuss diesbezüglichen Aktivitäten distanziert gegenüber steht. Grundsätzlich ist gegen eine Neu- oder Umgestaltung nichts einzuwenden, allerdings sollte man sich sehr gut überlegen, was man tut.
Umgestalten um des Umgestaltens Willen bringt nur Verdruss. Wasserflächen gehören in jeder Innenstadt zu den Highlights. Auch Eutin könnte eine ebenerdige Fläche mit Wasserspielen, die Kinder wie Erwachsene, Einheimische wie Gäste begeistert, gut gebrauchen. Nach dem bisherigen Vernehmen ist die häufige Verunreinigung einer der Gründe dafür, warum einige Vertreter der WVE sich gern von dem Brunnen zugunsten offener Wasserspiele trennen möchten, nur solche Flächen sind mindestens ebenso kostenintensiv in der Bauunterhaltung und Reinigung.
Wer einmal ein wenig in Eutins jüngere Vergangenheit eintaucht, der stößt auf gerade einmal 30 Jahre alte Titelzeilen wie: "Schmuckstück der Eutiner Fußgängerzone ist der Brunnen!" Auch wenn die Umgestaltung der Wasserfläche am Ehrenmal nicht auf die ungeteilte Begeisterung der Eutiner stieß, so wurde der neue Brunnen - ebenfalls von dem Lampen-Schöpfer Siegfried Senfft geplant - freudig erwartet. Nachdem der Unterbau des Brunnens bereits im Juni 1980 installiert wurde, ließen die Schalen des Springbrunnens noch auf sich warten. Bei der Geburtstunde in der Gießerei Poppe und Sohn in Kiel waren dann auch die ortsansässigen Zeitungen anwesend. Während die obere Schale mit zwei Metern Durchmesser in eine Form gegossen wurde und in einem Stück entstand, ist die zweite Schale mit vier Metern Durchmesser in acht Segmenten gefertigt worden. Für Guss und Form sind im Herbst 1980 rund 65.000 DM veranschlagt worden. Anfang Dezember 1980 erfolgte dann die komplette Montage auf dem Markt, aufgrund starken Schneefalls leistete das THW einen mehrstündigen Einsatz. Der "Vater der Brunnens" Dipl.-Ing. Siegfried Senfft erklärte damals: "Jetzt wird es doch ein echtes Weihnachtsgeschenk an die Bürger der Stadt Eutin."
Auch wenn seit der offiziellen Inbetriebnahme kurz vor Weihnachten 1980 immer wieder einmal Positives wie Negatives über den Brunnen berichtet worden ist, so sollte man sich eine Neugestaltung, die mit Sicherheit ebenso schnell Zuspruch wie Widerspruch finden würde, sehr gut überlegen. Die Standortfrage für einen Mai- oder Weihnachtsbaum sollte dabei nur eine untergeordnete Rolle spielen.
Die Bürgergemeinschaft Eutin e.V. bietet an, sich jederzeit an solchen Überlegungen konstruktiv zu beteiligen.