Stokes-Unterlagen im Rathaus in Gefahr
Es war auch Prof. Stokes ausdrückliches persönliches Ziel, dass diese Unterlagen ins Eutiner Stadtarchiv kommen, damit Schülerinnen und Schüler Regionalgeschichte erforschen können, ohne erst nach Schleswig ins Landesarchiv fahren zu müssen. Auch das LAS hätte diese Unterlagen gern in seine Obhut übernommen.
Nun übt der Verein moderate Kritik, denn leider ist es bis heute nicht gelungen, wenigstens die Ordner-Überschriften im Internet auf der städtischen Homepage zu veröffentlichen, so dass auch Schülerinnen und Schüler schnell und unkompliziert erkennen können, welche Forschungsmöglichkeiten ihnen das Eutiner Archiv bietet. "Zu einer Orientierung, welche Inhalte die Unterlagen abdecken, wäre dies unbedingt erforderlich. Da es sich um etwa 25 Worte pro Ordnerrücken handelt, ist der Aufwand bei den etwa 50 Leitzordnern wirklich überschaubar und innerhalb weniger Stunden abzuarbeiten. Dies hätte schon längst geschehen sein sollen und müssen", so Regine Jepp, Sprecherin der Bürgergemeinschaft Eutin e.V. Zurzeit befinden sich die Akten auch immer noch nicht in den Räumen des Stadtarchivs.
Nun musste der Vorstand mit großem Entsetzen allerdings feststellen, dass ein wesentlicher Teil der Unterlagen in Kürze "verschwunden" sein wird.
Seit den frühen 1970er Jahren hat Prof. Stokes zahlreiche Kopien auf so genanntem Thermopapier gefertigt, auf dem die Schrift langsam verblasst. Die Forderung des Vereins: Um diese einmalige Zusammenstellung dieser unersetzlichen Forschungen nicht so langsam der Selbstzerstörung zu überlassen, ist es dringend erforderlich, dass sämtliche Thermopapierunterlagen aus dem Fundus von Prof. Stokes erneut mit viel Kontrast fotokopiert werden. Es handelt sich bei den meisten der "Stokeschen Unterlagen" um kommentierte Fotokopien aus etwa 20 verschiedenen Archiven Deutschlands, z.T. auch aus internationalen Quellen. Der Wert dieser Sammlung besteht zum einen aus der einmalig umfangreichen, thematisch sortierten Zusammenstellung von Unterlagen verschiedenster Herkunft, zum anderen in den begleitenden fachkundigen Kommentaren, die Prof. Stokes z.T. direkt auf die Kopien geschrieben hat. Oft hat Stokes auch Texte in deutscher Schrift transkribiert. "Einige der frühen Kopien sind bereits so blass, dass sie nur mit speziellen Kopierereinstellungen noch lesbar zu vervielfältigen sein dürften. Es istnotwendig, dass dieser gesamte Aktenbestand kurzfristig durch-gesehen, archivfachlich aufbereitet und erneut fotokopiert wird. Dabei muss die innere Aktenstruktur unbedingt erhalten bleiben. Außerdem müssen die Vorgänge "entmetallisiert" werden (Rostgefahr). Ferner ist auf die z.T. problematische Randeinstellung zu achten. Sinnvollerweise sollten in diesem Zusammenhang alle Thermofotokopien erneut kopiert werden, auch jene, die zurzeit noch lesbar sind", so Jepp.