Ehrenamtliche Kultur unerwünscht oder nicht benötigt?
Seit vielen Jahren wird in Eutin wieder einmal der Versuch unternommen, die kulturelle Arbeit zu koordinieren und zu strukturieren. Dies scheint auch angesichts der finanziellen Förderungen, die seitens des Landes Schleswig-Holstein in eine Region fließen können, ein Gebot der Stunde zu sein. Aus diesem Grund wurde am 01. Juli 2010 zu einem Runden Tisch Kultur ins Rathaus eingeladen, dem weitere Gespräche folgen sollten. Nun ist die Bürgergemeinschaft Eutin e.V. sehr verwundert, dass diese Aktivitäten zwar weitergeführt werden, dabei die ehrenamtlichen Elemente aber scheinbar unerwünscht oder unnötig zu sein scheinen.
Dazu Regine Jepp, Sprecherin der Bürgergemeinschaft, "während zu einem ersten Treffen vor über acht Monaten noch auch alle ehrenamtlich Kulturschaffenden in Eutin eingeladen worden sind, werden nun in die weitere Konzeptionierung der Kulturarbeit unter Moderation eines professionellen Büros ausschließlich hauptamtliche Träger eingebunden."
Die Bürgergemeinschaft Eutin, ein Verein, der sich seit über 30 Jahren um Stadterhaltung und Stadtgestaltung kümmert und im Jahre 2008 den städtischen Kulturpreis erhalten hat, hat sich bisher immer zur konzeptionellen Arbeit in die Pflicht nehmen lassen. "Wir haben die Neufassung der Gestaltungssatzung ebenso intensiv begleitet wie die Einarbeitung der kulturellen Aspekte in das touristische Leitbild der Stadt. Dieser Verein hat in jüngerer und ferner Vergangenheit immer gezeigt, dass ehrenamtliche Arbeit und professionelles Niveau keine Gegensätze sind."
Es ist auch nicht nachvollziehbar, warum nach acht Monaten sehr plötzlich zu diesem Workshop "Kultur" eingeladen wird. Gerade zahlreiche vielfältig engagierte Personen dürften nicht ohne Schwierigkeiten einen Termin mit nur etwa zehn Tagen Vorlauf möglich machen können. Auch wenn es vielleicht beabsichtigt ist, die Ehrenamtler zu einem späteren Zeitpunkt zu diesem Prozess hinzu zu bitten, so werden diese immer das Gefühl haben, zu Anfang nicht erwünscht gewesen zu sein.
"Auch wenn heute wohl noch niemand weiß, wohin die Reise eines Kulturkonzeptes genau gehen wird, ist jetzt schon klar, dass die vielbeschworenen Ehrenamtler nicht in dem ersten Wagen sitzen werden. Schade, dass schon zu Anfang eine sich anbietende Chance vertan wurde", so Regine Jepp.