Bürgergemeinschaft weist auf die Situation des Weber-Hauses hin
Bereits vor etwa 1 ½ Jahren hat sich der städtische Kulturausschuss mit dem Problem des zum Verkauf stehenden Geburtshauses Carl-Maria von Webers beschäftigt. Leider geschah dies ohne öffentlich erkennbares Ergebnis. Nun hat sich die Situation durch Zeitablauf in der Form zugespitzt, dass das Café zwischenzeitlich geschlossen wurde. Das Haus wird offensiv zum Verkauf angeboten.
Dazu die Bürgergemeinschaft Eutin e.V.: "Auch wenn nicht davon auszugehen ist, dass die potentiellen Erwerber in der Lübecker Straße Schlange stehen, so kann und darf diese Entwicklung nicht am Rathaus und dem Kulturausschuss dieser Stadt vorbeilaufen." Schon seit längerer Zeit beschäftigen sich einige Eutiner Bürgerinnen und Bürger mit dem Schicksal dieses Hauses. Dabei ist die grundlegende Erkenntnis, dass dieses Haus d a s Alleinstellungsmerkmal ist. Niemand kann Eutin googeln ohne auf Weber zu treffen – niemand informiert sich über Weber, ohne Eutin zu finden. Regine Jepp, Sprecherin der Bürgergemeinschaft Eutin e.V.: "Egal, ob jemand ein Fan der klassischen Musik ist oder nicht, um Weber kommt man in Eutin nicht herum. Aber leider wird Weber immer noch nicht richtig vermarktet, denn auch ergänzend zur klassischen Musik gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Weber in Szene zu setzen."
Das Geburtshaus Webers, Lübecker Straße 48, heute ein eingetragenes Kulturdenkmal, ist seit dem Baudatum 1745 nur im Besitz dreier Familien gewesen. Erbaut wurde es von dem wohlhabenden Tischleramtsmeister Groenwoldt, der es an die Familie Spielmann vererbt hat. Bereits im Jahr 1844, als das Weber-Herz auf Initiative Richard Wagners von London nach Dresden gebracht wird, wird in Eutin das Nymphäum im Schlossgarten in eine Weber-Gedenkstätte umgewandelt. Der nächste Zeitpunkt der aufbordenden Weber-Verehrung ist das Jahr 1853, in dem bedeutende Feierlichkeiten abgehalten worden sind.
Die Festhalle, die zu diesem Anlass aufgebaut wurde, stand noch bis in die 1980er Jahr in der Albert-Mahlstedt-Straße. Anlässlich dieser Feierlichkeiten wurde auch die Tafel, die bis heute - allerdings schwer reparaturbedürftig - am Weber-Haus befestigt ist, enthüllt.
Es scheint, als sei diese Tafel ein Indiz für den gesamten Zustand des Weber-Hauses. Zahlreiche Eutiner Gebäude stehen zurzeit in der öffentlichen Diskussion, dieses Gebäude von erheblichem kulturhistorischem Wert darf dabei nicht fehlen.