Ehrenmal - Versetzung gefährdet?
Die Bürgergemeinschaft Eutin e.V. hofft inständig, dass die Kreise, die sich zurzeit intensiv mit einer potentiellen Umsetzung des Ehrenmales beschäftigen, sich eines Besseren belehren lassen.
Allein eine Diskussion darüber erweckt den Eindruck, dass es sich bei dieser Gedenksäule um einen mobilen Gegenstand handele, bei dem es völlig gleich zu sein scheint, wo er anzutreffen ist.
Auch wenn der Verein, der sich seit über 30 Jahren mit den Themen Denkmalschutz und Stadtgestaltung auseinandersetzt, sich für eine friedliche Koexistenz von Weihnachtstanne und Ehrensäule ausgesprochen hatte, so hält der Vorstand von einer Translozierung des Denkmals aus derart profanen Gründen gar nichts. "Das Ehrenmal nimmt diesen angestammten, äußerst exponierten Platz seit über 135 Jahren ein", so Regine Jepp, Sprecherin der Bürgergemeinschaft Eutin. Das Ehrenmal wurde speziell für diesen Platz konzipiert und sollte im Mittelpunkt der Stadt und dem Treiben auf dem Markt stehen. Wenn heute bei städtischen Verantwortungsträgern eingedenk des Urteils des Verwaltungsgerichtes keine Bereitschaft besteht, dem Handeln der Vorväter Respekt zu zollen, so wirft dies einen Blick auf den Umgang miteinander. Sollte unsere "hire and fire"-Mentalität schon soweit gehen, wenn ein Denkmal stört, ja dann muss es eben weg! Dies kann und darf in einer Stadt wie Eutin, immerhin neben Friedrichstadt und Lübeck eine der Städte mit der höchsten Denkmaldichte in Schleswig-Holstein, nicht eintreten. In den 1980er Jahren wurden die Häuser Lübecker Straße 7 und 9 abgerissen und mit erschreckend pseudohistorisierenden Fassaden als Kulissenkosmetik neu aufgebaut. Schon damals wurde klar, "Haus für Haus fällt Dein Zu Haus".
"Bei einer solchen Entwicklung wird unser authentisches Stadtbild zum banalen Abbild verkommen. Zeitweise bietet der Marktplatz eine Puppenstubenarchitektur, die Niedlichkeit suggeriert, direkt neben der angeblich so werbewirksamen Rodelbahn", so Jepp.
Damit wird aber auch das Motto des Eutiner Jubiläumsjahres 2007 ad absurdum geführt. "Mit Tradition in die Zukunft", kann doch nur bedeuten, dass sich alle Eutiner der Qualität ihrer gebauten Umwelt bewusst sind und diese auch als Verpflichtung für die Zukunft empfinden.
Die historische Altstadt, die gern werbewirksam zur "Einkaufsstadt Eutin" herangezogen wird, braucht eine gefühlvolle Entwicklung. Regine Jepp "unsere Denkmale sind als Sympathieträger erkannt, wir gehen nur nicht richtig damit um. Sonst ist die Zeit, in der die Stadt ihr Renommee aus der Tradition der "vornehmen kleinen Residenzstadt" ziehen konnte, schnell vorbei".