behutsame Stadtgestaltung in der Weidestraße

"Bei einer Überplanung des Geländes des bisherigen Parkhauses der Kreisverwaltung ist unbedingt darauf zu achten, dass die Lübecker Straße wieder einen Straßenanschluss bekommt, wie sie ihn jahrhundertelang hatte", so Regine Jepp, Sprecherin der Bürgergemeinschaft Eutin e.V.  

Aufgrund des schlechten baulichen Zustands des Parkhauses der Kreisverwaltung ist noch in diesem Sommer mit dem Abriss des seit Ende der 1970er Jahre bestehenden baulichen Missstandes zu rechnen. Damit einher geht die Chance, eine Bausünde der Vergangenheit wieder gut zu machen.

 

Die südliche Vorstadt Eutins wird heute wesentlich durch den Gebäudekomplex des Kreishauses bestimmt. Der Straßenabschluss der Lübecker Straße ist infolge des Abbruchs zahlreicher Häuser in der Weidestraße und der Weber-Straße allerdings vollständig zerstört. Dieser neue  sehr indifferente Raum muss wieder zu einem richtigen Straßenraum werden. Diesem Ziel dient der Vorschlag, eine kleinmaßstäbliche Häuserzeile auf der früheren Bauflucht zu errichten. Hier ist der städtische Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt gefordert, entsprechende Vorgaben zu machen. Dazu der Verein, der sich seit über 30 Jahren für Stadterhaltung und Stadtgestaltung einsetzt: "Die Straßenansicht muss so verbessert werden, dass der Blick auf den geplanten Großparkplatz nicht möglich ist. Gleichzeitig sollte die unzumutbare Situation gelöst werden, in der täglich ca. 150 Personen ohne einen geeigneten Übergang die Straße zwischen Parkhaus und Kreisverwaltung queren."

Im Weiteren ist darauf zu achten, dass es sich bei der Weidestraße um einen noch relativ geschlossenen Straßenraum handelt Dieses stadtbauliche Grundgefüge muss zur Wahrung des historisch geprägten Stadtbildes unbedingt und vorrangig bewahrt werden. Dazu gehört, dass die kleinmaßstäbliche, zumeist zweigeschossige selten dreigeschossige Bebauung in diesen Bereichen erhalten bleibt. Besonderer Wert ist hier auch auf die Einzelhausbebauung innerhalb der überlieferten Parzellenstruktur zu legen.

Bei unumgänglichen Baumaßnahmen sind hohe Anforderungen an die Gestaltung der Neubauten zu stellen, um eine einwandfreie Einordnung in das überlieferte Gefüge zu gewährleisten.

 

Geschichtlicher Hintergrund

An den beiden ehemaligen Zugängen der Stadt im Norden am Rosengarten, am Sacktor, und im Süden an der Weber-Straße / Lübecker Straße entwickelten sich seit der frühen Neuzeit kleine Vorstädte, die nördliche besitzt mit dem Vossplatz sogar ihren eigenen Mittelpunkt.

Die Einfahrt nach Eutin von Süden (Lübeck) und Osten (Oldenburg) gehört zu den bedeutsamsten Eingangssituationen historischer Kleinstädte in Schleswig-Holstein. Sie hat mit der relativ breiten Lübecker Straße eine gewisse Selbständigkeit gegenüber dem Markt behauptet.

 

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