Netto kommt
Die Bürgergemeinschaft Eutin e.V. nimmt mit erheblichem Missfallen zur Kenntnis, dass der Stadtentwicklungsausschuss in seiner Sitzung am 11.06.2009 beschlossen hat, den Bebauungsplan des Netto-Marktes endgültig passieren zu lassen. Nachdem das Gremium mehrfach - zuletzt Anfang Mai - vehement auf gestalterische Verbesserungen gedrungen hat, wurde nun anhand einer Skizze über das zukünftige Aussehen des Straßenzuges Weidestraße Ecke Bürgermeister-Steenbock-Straße entschieden. Eine Stimmenmehrheit aus CDU und FDP hat sich anhand einiger Ansichtsstudien ein Bild gemacht und entschieden, die Gestaltungsvorschläge der Investorengruppe passieren zu lassen. Die Seite der Weidestraße wird drei Doppelfenster erhalten, die die etwa 40m lange Fassade optisch aufpeppen sollen. Leider wurden die drei verschiedenen Giebelformen, die den Netto-Markt zieren werden, im Ausschuss nicht angesprochen, obwohl eine einheitliche Dachneigung dem Gebäudeäußeren gut getan hätte. Dafür wurde die problemträchtige Verkehrssituation, die in der Weidestraße entstehen wird, wenn zwei Supermärkte ihre Ein- und Ausfahrten direkt gegenüber haben, von den "Netto-Gegnern" angesprochen. Die Bürgergemeinschaft, die sich schon mehrfach mit der Gestaltung eines solchen Marktes am Rande der Eutiner Innenstadt auseinandergesetzt hat, hatte sich für eine bessere Gestaltung ausgesprochen. Bedauerlicherweise konnte sie sich mit ihren Hinweisen kein Gehör finden.
"Vor- und Rücksprünge in der Fassade hätten dieses lange Gebäude wesentlich besser unterteilt. Ursprünglich wurde im Ausschuss über eine stadtbildverträgliche Lösung gesprochen. Daraus scheint
aber doch nur der "Netto-Einheitsbrei" zu werden", so Regine Jepp, Sprecherin der Bürgergemeinschaft Eutin. Trotzdem hofft der Verein, dass sich die Investoren bereit erklären werden, wenigstens
nicht die wenigen vorhandenen Fensterflächen zuzukleben. Nur sehr wenige Gebäude benötigen aufgrund ihrer Nutzung derartig abweisende Fassaden. Bei einem Gewerbetrieb, der doch eigentlich seinen
Umsatz mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt machen sollte, ist es schon sehr verwunderlich und lässt sich nur damit erklären, dass der Fußgänger als potentieller Kunde gar nicht mehr
umworben wird. Eine Offenheit im direkten und ursprünglichsten Sinne wird damit nicht hergestellt.
"Insgesamt wird sich die Ecke zukünftig gestalterisch in etwa so darstellen wie sich der gleichartige Markt in Preetz präsentiert, ein markant reduzierter geschmacklicher Anspruch in rot-gelb",
so Regine Jepp.